Mia Löjdahl · Gründerin von CORE by D · 11. September 2026 · 6 Min. Lesezeit · Zuletzt überprüft: 11. September 2026
So stärkst du den Rücken deines Pferdes
Ein starker Rücken ist die Grundlage für ein gesundes, ausbalanciertes und langfristig belastbares Pferd. Ist der Rücken stark, kann dein Pferd den Reiter mit weniger Spannung tragen, schneller auf deine Hilfen reagieren und länger arbeiten, ohne mit den falschen Muskelgruppen zu kompensieren.
In diesem Ratgeber erklären wir, wie der Pferderücken tatsächlich funktioniert, was die Forschung über Core-Training sagt und wie du die Rückenmuskulatur sicher und effektiv stärken kannst.
In diesem Artikel: Warum der Rücken so wichtig ist · Was die Forschung sagt · Drei Bausteine · Wie oft? · Häufige Fehler · Wann sollte ein Tierarzt hinzugezogen werden? · FAQ · Equiband Alternative
Warum ist der Rücken deines Pferdes so wichtig?
Der Rücken eines Pferdes ist kein starrer Balken. Er besteht aus einer langen Reihe von Gelenken, die bei jeder Bewegung des Pferdes zusammenarbeiten müssen. Die Wirbelsäule wird durch ein ganzes System von Muskeln stabilisiert: den langen Rückenmuskel (Longissimus dorsi), die Bauchmuskulatur (Rectus abdominis und die schrägen Bauchmuskeln) sowie die Muskulatur rund um Hüfte und Hinterhand.
Wenn eine dieser Muskelgruppen schwach oder nicht ausreichend aktiv ist, müssen andere Strukturen kompensieren. Genau hier können Verspannungen, Lahmheiten und Verletzungen entstehen.
Eine starke und gut koordinierte Core-Muskulatur unterstützt dein Pferd bei:
• besserer Balance in Wendungen und Übergängen
• einem runderen und geschmeidigeren Bewegungsablauf
• geringerer Belastung von Gelenken und Sehnen
• einer besseren Fähigkeit, den Reiter zu tragen, ohne den Rücken abzusenken
Das ist nicht nur Theorie. Ein gesunder und funktioneller Rücken steht in direktem Zusammenhang mit der langfristigen Belastbarkeit deines Pferdes. Deshalb ist er einer der wichtigsten Bereiche, an denen wir im täglichen Training arbeiten können.
Was sagt die Forschung über Core-Training bei Pferden?
In den vergangenen Jahren haben mehrere wissenschaftliche Studien untersucht, wie die Core- und Rückenmuskulatur von Pferden gestärkt werden kann.
Das Royal Veterinary College in London veröffentlichte 2017 eine Studie, in der sieben Pferde vier Wochen lang mit einem System aus elastischen Widerstandsbändern trainiert wurden, die an einer Schabracke befestigt waren. Die Forscher verwendeten Bewegungssensoren, um die Rückenbewegung der Pferde vor und nach dem Trainingsprogramm zu messen.
Das Ergebnis: Die Bänder reduzierten signifikant die Rotationsbewegungen und seitlichen Bewegungen im Brust- und Lendenwirbelbereich. Der Rücken wurde dadurch im Trab dynamisch stabiler.¹
In einer späteren Studie der University of Tennessee wurde die Muskelaktivität mithilfe von Oberflächen-Elektromyografie (sEMG) direkt gemessen. Die Studie zeigte, dass elastische Widerstandsbänder die Aktivität des Rectus abdominis erhöhten, also genau des Bauchmuskels, der den Rücken von unten unterstützt.²
Dabei geht es nicht darum, dass Trainingsbänder eine Wunderlösung sind.
Sie geben vielmehr einen leichten propriozeptiven Reiz, also eine sensorische Information, die dem Körper des Pferdes helfen kann, während der Bewegung die entsprechenden Muskeln zu aktivieren.
Genau darum geht es beim Core-Training in der Praxis. Nicht darum, das Pferd in eine bestimmte Haltung zu zwingen, sondern ihm bessere Voraussetzungen zu geben, seinen Körper selbst funktionell einzusetzen.
Eine ausführliche Zusammenfassung der Studien findest du in unserem Artikel darüber, was die Forschung tatsächlich über elastische Trainingsbänder zeigt.
So stärkst du den Rücken deines Pferdes: drei Bausteine
Einen starken Rücken aufzubauen bedeutet nicht, eine einzige Übung immer wieder zu wiederholen. Entscheidend sind Abwechslung und ein sinnvoll aufgebautes Training.
1. Bodenarbeit mit Stangen
Beim Schritt über Bodenstangen, zunächst flach auf dem Boden und später als niedrige Cavaletti, muss das Pferd seine Beine aktiv anheben. Dadurch werden sowohl die Bauch- als auch die Rückenmuskulatur beansprucht.
Studien zeigen, dass das Gehen über Stangen die Aktivität des Longissimus dorsi erhöht und das Traben über Stangen die Aktivität der Bauchmuskulatur steigert.²
Beginne mit fünf bis acht Bodenstangen und arbeite zunächst in einem ruhigen Schritt, bevor du Tempo oder Höhe erhöhst.
Einen vollständigen Trainingsplan findest du in unserem Ratgeber zur Stangenarbeit mit Pferden.
2. Longieren zur Unterstützung von Core und Hinterhand
Longieren bietet eine gute Möglichkeit, Kraft aufzubauen, da das Pferd ohne das Gewicht des Reiters arbeitet.
Wenn du das Longieren mit einem Trainingsbandsystem wie CORE by D kombinierst, erhält dein Pferd einen leichten Reiz, der die Aktivierung von Core und Hinterhand unterstützen kann, ohne dass du die Haltung mit Ausbindern oder stark eingestellten Hilfszügeln erzwingen musst.
Beginne mit kurzen Einheiten von etwa 5 bis 15 Minuten und steigere die Dauer langsam.
In unserem Schritt-für-Schritt-Ratgeber zum Longieren mit Trainingsbändern findest du weitere Hinweise zur Technik und zu häufigen Fehlern.
3. Abwechslungsreiches Gelände und Bergarbeit
Ausritte, sanfte Arbeit an Steigungen und unterschiedliche Bodenverhältnisse fordern die gesamte Core-Muskulatur des Pferdes auf natürliche Weise.
Es ist wahrscheinlich eine der am meisten unterschätzten Formen des Core-Trainings für Pferde. Und dafür brauchst du keine spezielle Ausrüstung, sondern lediglich Zeit.
Wie oft und wie lange?
Die meisten Pferde kommen mit zwei bis drei gezielten Krafteinheiten pro Woche gut zurecht, mit ein oder zwei Erholungstagen dazwischen.
Auch die Rückenmuskulatur braucht Erholung. Jeden Tag intensiv zu trainieren führt nicht automatisch zu besseren Ergebnissen.
Eine realistische Steigerung für ein gesundes Pferd kann so aussehen:
Woche 1 bis 2: Kurze Einheiten von etwa 5 bis 15 Minuten, geringe Belastung und Fokus auf ein entspanntes Pferd.
Woche 3 bis 4: Die Trainingsdauer auf etwa 20 bis 25 Minuten erhöhen und Bodenstangen integrieren.
Ab Woche 5: Belastung variieren und Longieren, Bodenarbeit und gerittenes Training miteinander kombinieren.
Rechne mit mindestens vier bis sechs Wochen, bevor deutliche Veränderungen in Muskulatur und Bewegungsqualität sichtbar werden. Die Anpassung des Bewegungsapparates braucht Zeit.
Häufige Fehler, die du vermeiden solltest
Zu viel, zu schnell. Die Bänder stark zu spannen oder bereits in der ersten Woche lange Einheiten zu absolvieren, kann zu Muskelkater, Unwohlsein und Widerstand führen. Locker und regelmäßig ist besser als stark und selten.
Signale ignorieren. Wird dein Pferd unwillig, schlägt mit dem Schweif oder senkt den Rücken ab, halte inne. Das ist Information und kein Ungehorsam.
Nur an den Rücken denken. Core, Rücken und Hinterhand arbeiten zusammen. Isoliertes „Rückentraining“ funktioniert selten. Es ist das Zusammenspiel, das ein langfristig belastbares Pferd aufbaut.
Das Aufwärmen auslassen. Mindestens zehn Minuten Schritt, bevor anspruchsvollere Arbeit beginnt.
Wann solltest du einen Tierarzt hinzuziehen?
Zeigt dein Pferd Anzeichen von Schmerzen, zum Beispiel Widerstand bei Übergängen, häufiges Schweifschlagen, ein Absenken des Rückens beim Satteln oder deutliche Asymmetrien in der Bewegung, solltest du vor Beginn eines Krafttrainingsprogramms immer einen Tierarzt oder qualifizierten Pferdephysiotherapeuten hinzuziehen.
Core-Training kann ein wertvoller Bestandteil der Rehabilitation sein, ersetzt aber niemals eine Diagnose.
Wenn sich dein Pferd in der Rehabilitation befindet, findest du weitere Informationen in unserem Ratgeber darüber, wann elastische Trainingsbänder in der Rehabilitation sinnvoll eingesetzt werden können.
Häufig gestellte Fragen
Kann ich elastische Trainingsbänder bei einem jungen Pferd verwenden?
Die veröffentlichte Forschung zu elastischen Trainingsbandsystemen wurde an Pferden ab einem Alter von vier Jahren durchgeführt. Spezifische Forschung zu jüngeren Pferden gibt es nicht. Wenn du Trainingsbänder bei einem Pferd unter vier Jahren einsetzen möchtest, solltest du dies zunächst mit deinem Tierarzt besprechen.
Wie lange dauert es, bis Ergebnisse sichtbar werden?
Bei vielen Pferden sind nach vier bis sechs Wochen konsequentem Training Veränderungen in der Bewegungsqualität erkennbar. Muskelanpassung braucht Zeit. Wenn du nach acht Wochen keine Veränderung bemerkst, solltest du deinen Trainingsplan gemeinsam mit einem Trainer oder Tierarzt überprüfen.
Kann ich mit den Bändern reiten oder sollten sie nur beim Longieren verwendet werden?
Elastische Trainingsbandsysteme wie CORE by D sind für den Einsatz beim Reiten, Longieren und bei der Arbeit am langen Zügel konzipiert. Beginne am besten mit dem Longieren, um zu sehen, wie dein Pferd reagiert, bevor du die Bänder beim Reiten einsetzt.
Mein Pferd fühlt sich auf einer Hand anders an als auf der anderen. Können die Bänder helfen?
Asymmetrien zwischen den beiden Händen kommen häufig vor und können unterschiedliche Ursachen haben. Manche sind körperlich bedingt, andere hängen mit dem Training zusammen. Elastische Trainingsbänder können beim Muskelaufbau unterstützen. Eine deutliche oder neu auftretende Asymmetrie sollte jedoch zunächst von einem Tierarzt oder Pferdephysiotherapeuten beurteilt werden.
Ist das Training mit elastischen Bändern für ein Pferd in der Rehabilitation sicher?
Nur wenn dein Tierarzt den Einsatz freigegeben hat. Eine Studie der University of Georgia aus dem Jahr 2023 zeigte, dass elastische Bänder die Rehabilitation von Pferden mit leichter Hinterhandlahmheit unterstützen können. Pferde mit mittelschwerer oder schwerer Lahmheit wurden in dieser Studie jedoch ausdrücklich ausgeschlossen.
Wie oft sollte ich mit den Bändern trainieren?
Zwei bis drei gezielte Einheiten pro Woche funktionieren für die meisten Pferde gut. Eine tägliche Verwendung der Bänder wird nicht empfohlen. Die Muskulatur benötigt Erholungszeit, um sich anzupassen.
Equiband Alternative: Was unterscheidet CORE by D?
Viele Reiter entdecken CORE by D, wenn sie nach einer Alternative zu Equiband suchen. Das Prinzip ist ähnlich: Elastische Trainingsbänder werden an der Schabracke befestigt und geben dem Pferd einen sensorischen Reiz, der die Aktivierung der Core-Muskulatur und die Körperwahrnehmung unterstützen kann.
Der Unterschied?
CORE by D ist deutlich günstiger, da wir direkt aus unserem eigenen Lager verkaufen, ohne Zwischenhändler. Und das, ohne Kompromisse bei Qualität oder der wissenschaftlichen Grundlage der Trainingsmethode einzugehen.
Bereit für ein strukturiertes Core-Training?
CORE by D ist ein System aus elastischen Trainingsbändern, die mit Clips an der Schabracke befestigt werden. Es wurde in Zusammenarbeit mit Tierärzten und Trainern entwickelt, um dein Pferd dabei zu unterstützen, beim Reiten und Longieren die relevanten Muskelgruppen zu aktivieren. Gleichzeitig ist es so einfach konzipiert, dass du es problemlos in dein tägliches Training integrieren kannst.
Entdecke das CORE by D Complete Set
Dieser Artikel ist Teil unseres umfassenden Ratgebers über elastische Trainingsbänder für Pferde.
Zuletzt überprüft: 11. September 2026 · Die Bänder trainieren dein Pferd nicht. Das tust du.
Quellen
- Pfau T, Simons V, Rombach N, Stubbs N, Weller R. Effect of a 4-week elastic resistance band training regimen on back kinematics in horses trotting in-hand and on the lunge. Equine Veterinary Journal. 2017;49(6):829–835. doi:10.1111/evj.12690
- Shaw K, Ursini T, Levine D, Richards J, Adair S. The Effect of Ground Poles and Elastic Resistance Bands on Longissimus Dorsi and Rectus Abdominus Muscle Activity During Equine Walk and Trot. Journal of Equine Veterinary Science. 2021;107:103772. doi:10.1016/j.jevs.2021.103772